2. Vertragsgegenstand, Leistungsumfang und Vertragsschluss
2.1 Der Auftragnehmer erbringt als selbständiger Unternehmer folgende Leistungen gegenüber dem Auftraggeber:
- Beratung und Betreuung im Bereich Managementsysteme: Der Auftragnehmer unterstützt bei der Einführung, Weiterentwicklung, Integration und kontinuierlichen Optimierung von Managementsystemen auf Basis anerkannter internationaler Normen. Dies umfasst insbesondere Systeme nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 45001 (Arbeitsschutzmanagement) sowie ISO 50001 (Energiemanagement). Ziel dieser Leistungen ist es, wirksame, normkonforme und praxisnahe Strukturen im Unternehmen des Auftraggebers aufzubauen oder zu verbessern.
- Planung und Durchführung interner Audits: Zur Sicherstellung der Normkonformität und zur Förderung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses plant und realisiert der Auftragnehmer interne Audits. Diese werden in Bezug auf bestehende Managementsysteme durchgeführt, wobei der Fokus auf systematischer Bewertung, objektiver Berichterstattung und praxisnaher Ableitung von Optimierungspotenzialen liegt.
- Durchführung und Begleitung von Energieaudits: Der Auftragnehmer führt Energieaudits gemäß DIN EN 16247-1 durch bzw. begleitet deren Durchführung. Im Rahmen dieser Leistung werden energetische Verbrauchsquellen identifiziert, analysiert und dokumentiert. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der Entwicklung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen.
- Entwicklung und Durchführung praxisnaher Schulungen und Unterweisungen: Der Auftragnehmer bietet themenspezifische Schulungsmaßnahmen für Beschäftigte und Führungskräfte an. Schulungsinhalte umfassen insbesondere die Bereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, Qualitäts- und Umweltmanagement sowie unternehmensspezifische Regelwerke und gesetzliche Anforderungen. Ziel ist die Erhöhung der Fachkompetenz sowie die Förderung eines norm- und sicherheitskonformen Verhaltens im betrieblichen Alltag.
- Sicherheitstechnische Betreuung als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: Der Auftragnehmer übernimmt die sicherheitstechnische Betreuung nach Maßgabe des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) und der DGUV Vorschrift 2. Dies umfasst u. a. die Durchführung von Betriebsbegehungen, die Beratung zur Gestaltung sicherer Arbeitsplätze, die Unterstützung bei der Erstellung und Fortschreibung von Gefährdungsbeurteilungen sowie die Mitwirkung bei der Umsetzung gesetzlicher und behördlicher Vorgaben.
- Brandschutztechnische Betreuung als externer Brandschutzbeauftragter: Der Auftragnehmer übernimmt im Rahmen der brandschutztechnischen Betreuung die Funktion des externen Brandschutzbeauftragten gemäß den jeweils geltenden gesetzlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben, insbesondere auf Grundlage der DGUV Information 205-003 sowie der vfdb-Richtlinie 12-09/01. Der Leistungsumfang umfasst u. a. die brandschutztechnische Beratung des Auftraggebers, die regelmäßige Durchführung von Objektbegehungen, die Mitwirkung bei der Erstellung und Fortschreibung von Gefährdungsbeurteilungen, die Organisation und Durchführung von Schulungs- und Unterweisungsmaßnahmen sowie die Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen des vorbeugenden, abwehrenden und organisatorischen Brandschutzes.
- Leistungen im Bereich Notfall- und Krisenmanagement: Der Auftragnehmer unterstützt bei der Entwicklung, Einführung und Optimierung von Notfall- und Krisenmanagementstrukturen. Dies umfasst u. a. die Erstellung von Notfallplänen, Alarmierungs- und Kommunikationskonzepten sowie die Durchführung von Übungen. Ziel ist es, auf betriebliche Notfallszenarien vorbereitet zu sein und angemessen reagieren zu können.
2.2 Die genannten Leistungen werden je nach Beauftragung im Rahmen einzelner Maßnahmen oder einer kontinuierlichen Betreuung erbracht. Art, Umfang und zeitlicher Rahmen der Leistungen ergeben sich aus der jeweiligen Individualvereinbarung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.
2.3 Die rechtliche Verantwortung für den betrieblichen Arbeitsschutz, die Arbeitssicherheit, den Brandschutz sowie für die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher, behördlicher und normativer Anforderungen liegt ausschließlich beim Auftraggeber. Der Auftragnehmer handelt ausschließlich in beratender Funktion. Die Umsetzung von Empfehlungen sowie die Einhaltung einschlägiger Vorschriften obliegt allein dem Auftraggeber. Ein vertraglicher Erfolg ist vom Auftragnehmer nur dann zu schulden, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde. Technische Spezifikationen stellen keine Garantie dar.
2.4 Der spezifische Leistungsumfang ist Gegenstand von Individualvereinbarungen zwischen Auftragnehmer und dem Auftraggeber. Sollte sich im Verlauf der ordnungsgemäßen Durchführung des Auftrags eine Änderung oder Erweiterung des ursprünglich vereinbarten Leistungsumfangs ergeben, wird der Auftragnehmer dem Auftraggeber hierfür ein separates Angebot unterbreiten.
2.5 Der Auftragnehmer erbringt die vertragsgemäßen Leistungen mit größtmöglicher Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit nach dem jeweils neuesten Stand, neuesten Regeln und Erkenntnissen.
2.6 Der Auftragnehmer ist zur Erbringung der vertragsgemäß geschuldeten Leistungen verpflichtet. Bei der Durchführung seiner Tätigkeit ist er jedoch etwaigen Weisungen im Hinblick auf die Art der Erbringung seiner Leistungen, den Ort der Leistungserbringung ebenso wie die Zeit der Leistungserbringung nicht unterworfen. Er wird jedoch bei der Einteilung der Tätigkeitstage und bei der Zeiteinteilung an diesen Tagen diese selbst in der Weise festlegen, dass eine optimale Effizienz bei seiner Tätigkeit und bei der Realisierung des Vertragsgegenstandes erzielt wird. Die Leistungserbringung durch den Auftragnehmer erfolgt lediglich in Abstimmung und in Koordination mit dem Auftraggeber.
2.7 Die Angebote des Auftragnehmers sind freibleibend und unverbindlich. Dies gilt auch dann, wenn der Auftragnehmer dem Auftraggeber technische Unterlagen oder Dokumentationen – etwa Pläne, Berechnungen, Kalkulationen oder Verweise auf Normen – sowie sonstige Beschreibungen, auch in elektronischer Form, zur Verfügung stellt.
2.8 Die Bestellung von Dienstleistungen durch den Auftraggeber stellt ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Vertrages dar. Sofern sich aus der Bestellung nichts Abweichendes ergibt, ist der Auftragnehmer berechtigt, dieses Angebot innerhalb von zwei Wochen nach dessen Zugang anzunehmen.
2.9 Die Annahme des Angebots durch den Auftragnehmer kann entweder ausdrücklich – etwa durch schriftliche Auftragsbestätigung – oder konkludent durch Aufnahme der vereinbarten Tätigkeit erfolgen.